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Sich selbst fremd werden: Irgendwann fehlt nicht die Energie, sondern die Verbindung zu sich selbst.

Es geschieht so schleichend, dass man es kaum – oder erst spät bemerkt. Erwartungen werden erfüllt, Dinge am Laufen gehalten, selbstredend passt man sich an – und irgendwann stellt sich die Frage: Wer fragt eigentlich, was ich will? Oder wie es mir geht?

 

Manche beschreiben es als ein Gefühl, sich selbst fremd geworden zu sein – oder sich verloren zu haben, ohne genau sagen zu können, wann das passiert ist. Dieses Erleben wird in der Psychologie als Selbstentfremdung bezeichnet.

Viele psychische, ja, auch körperliche Beschwerden wurzeln in einer brüchig gewordenen Verbindung zu sich selbst.

Wenn sich das Leben fremdgesteuert anfühlt

Selbstentfremdung zeigt sich häufig in einem starken Außenbezug: Anerkennung, Harmonie oder Kontrolle werden zur inneren Notwendigkeit. Eigene Gefühle – insbesondere Wut, Trauer oder Angst – werden unterdrückt oder abgespalten. In Beziehungen entstehen Überanpassung, Rückzug oder Machtkämpfe. Der Kontakt zu sich selbst – den eigenen Bedürfnissen, Grenzen und Gefühlen – geht verloren. Man weiß nicht mehr, was man eigentlich will und findet kaum Zugang zu sich selbst.

Sich selbst wiederfinden – Selbstkontakt als erster Schritt

Selbstkontakt beschreibt die bewusste Beziehung zu sich selbst: die Fähigkeit, innere Zustände wahrzunehmen, Bedürfnisse ernst zu nehmen und emotionale Reaktionen einzuordnen. Er entsteht nicht durch Nachdenken, sondern durch Selbstwahrnehmung: innehalten, Körpersignale registrieren, Anspannung, Enge oder Weite differenzieren. Wo dieser Kontakt instabil ist, übernehmen frühe Überlebensstrategien die Führung.

Ein angepasstes oder leistungsorientiertes Ideal-Selbst soll Sicherheit schaffen: „Ich muss stark sein." „Ich darf keine Schwäche zeigen." „Nur wenn ich etwas leiste, bin ich wertvoll." Diese Muster schützen lange Zeit – auf Dauer jedoch führen sie zu Erschöpfung, innerer Leere und abhängiger Beziehungsgestaltung.

→ Toxische Beziehungen erkennen und lösen

Der therapeutische Prozess

Eine gute Beziehung zu sich selbst beginnt mit differenzierter Selbstwahrnehmung. In der körperorientierten Psychotherapie wird daher die Fähigkeit, sich selbst zu beobachten, gestärkt – mehr dazu in Online-Körperpsychotherapie – für wen sie hilfreich sein kann.

 

Das heißt, innere Vorgänge wahrzunehmen, ohne von ihnen überwältigt zu werden und vorschnell zu reagieren. Alte Schutzmechanismen werden dadurch erkennbar. Verdrängte Gefühle dürfen im geschützten Rahmen auftauchen und können angenommen werden.

Die innere Stabilität festigt sich – und Entscheidungen werden weniger von Angst oder Idealbildern gesteuert als von real erlebter Stimmigkeit. Selbstentfremdung ist kein Charakterfehler. Sie ist eine erlernte Schutzstrategie – und deshalb veränderbar.

Wenn Sie das Gefühl haben, sich selbst aus den Augen verloren zu haben – und wieder mehr Kontakt zu dem finden möchten, was Ihnen wirklich wichtig ist – freue ich mich auf ein erstes Gespräch.

Selbstentfremdung -
sich verlieren und wieder zu sich finden

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